Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Bundesregierung arbeitet an einer Rentenreform. Ab 2032 soll das Rentenalter schrittweise steigen. Für uns Maler stellt sich eine Frage: Wer von uns erlebt seine Malerrente überhaupt noch?
Was ist geplant?
Die Rentenkommission der Bundesregierung hat im Juni 2026 empfohlen, das Rentenalter ab 2032 an die Lebenserwartung zu koppeln. Die Koalition will das umsetzen. Zunächst geht es um einige Monate. Bis 2041 sollen es etwa 67½ Jahre werden. Wohin die Reise langfristig geht, kann sich jeder denken: Die Rente mit 70 steht im Raum.
Das Problem für unser Handwerk:
Die Malerkasse schreibt selbst:
- Nur 20 % der gewerblichen Arbeitnehmer arbeiten mit 55 Jahren noch als Maler.
- Mit 60 Jahren sind es nur noch 10 %.
Das heißt: Arbeitslosigkeit oder vorgezogene Altersrente. Wer jahrzehntelang auf dem Gerüst stand, weiß, warum.
Wer zahlt die Malerrente wirklich?
Die Malerkasse wirbt damit, dass sie „rein arbeitgeberfinanziert“ eine Grundversorgung für die Beschäftigten bereitstellt. Moment mal: Das machen nicht die Kasse, sondernwir Betriebe. Wir zahlen die Beiträge. Wir berechnen sie für jeden Mitarbeiter einzeln aus dem Lohn und führen sie ab. Monat für Monat.
Das Risiko:
Nach unseren Informationen gibt es die Malerrente nur, wenn man auch die Regelaltersrente bezieht. Steigt das Rentenalter, verschiebt sich also auch die Malerrente nach hinten.
Rechnen wir einmal nach:
- In unserer Branche arbeiten rund 120.000 gewerbliche Beschäftigte.
- Nur 10 % davon sind mit 60 noch als Maler tätig. Das sind etwa12.000.
- Und wie viele stehen dann mit 67 oder 70 noch auf der Leiter?
Was passiert mit den eingezahlten Beiträgen?
Wer aus dem Handwerk aussteigt, hat nach unseren Informationen am Ende kaum etwas davon. Und wer vorher stirbt? Für die Hinterbliebenen sehen wir bei der tariflichen Grundversorgung kaum Schutz. Wer profitiert dann von den Geldern? Auf der Baustelle jedenfalls kommt davon wenig an.
Wie viel kommt am Ende an?
- Die Malerrente liegt derzeit bei etwa 75 € im Monat, und die muss man auch noch versteuern.
- Der Zinssatz liegt bei rund 0,9 %. Angesichts der Inflation wird das Geld damit eher weniger.
Für uns fühlt sich die Rente mit 70 wie eine Enteignung durch die Hintertür an. Sie trifft die Betriebe, die zahlen, und die Kolleginnen und Kollegen, die diese Beiträge mit ihrer Arbeit verdienen.
Wir vom AMLD fordern:
- einen eigenen Tarifvertrag nach saarländischem Vorbild, ohne Malerkasse
- volle Transparenz darüber, was mit unseren Beiträgen passiert
- eine Altersvorsorge, die bei unseren Leuten auch wirklich ankommt
Was kann jeder einzelne Arbeitgeber tun?
Wir vom AMLD sind uns seit Langem bewusst, in welchem Ausmaß man uns das Geld aus der Tasche zieht. Gegen dieses System können wir nur gemeinsam vorgehen. Stärkt deshalb mit eurer Mitgliedschaft die Reihen des AMLD, damit man uns zu Tarifverhandlungen einladen muss. Und klärt eure Mitarbeiter darüber auf, was mit ihren Geldern passiert, wenn sie dem Handwerk den Rücken kehren. Nur gemeinsam haben wir die Macht, etwas zu verändern!
Teilt diesen Beitrag! Jeder Kollege sollte wissen, was die Rentenpläne für seine Malerrente bedeuten.
Mit farbigen Grüßen
Euer AMLD

