Es rumort an der Spitze der Verbandslandschaft. Wie nun bekannt wurde, gibt es beim Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz eine signifikante Personalveränderung. Mathias Bucksteeg, der sieben Jahre lang als Hauptgeschäftsführer tätig war, wurde zum 1. Oktober 2025 von seinen Aufgaben entbunden.
Doch wer glaubt, dass damit ein Kapitel kostensparend beendet ist, der irrt gewaltig.
Freigestellt, aber weiterbezahlt?
Die offizielle Lesart lautet, man wolle einen „raschen Wechsel ermöglichen“. In der Praxis bedeutet eine Freistellung oft: Die Leistung entfällt, das Gehalt läuft weiter. Nach unseren Informationen läuft der Arbeitsvertrag noch bis September 2026. Das heißt im Klartext: Ein ganzes Jahr lang wird hier ein Spitzengehalt weitergezahlt, ohne dass eine Gegenleistung für das Handwerk erbracht wird.
Wer finanziert das? Ganz einfach: Die Betriebe. Über die Innungsbeiträge, die an die Landesverbände und schließlich an den Bundesverband fließen. Jeder Malermeister weiß: Auf der Baustelle wird nur bezahlt, was auch geleistet wird. In den Teppichetagen der Verbände scheinen jedoch andere Regeln zu gelten. Während wir um jeden Auftrag kämpfen und mit steigenden Materialpreisen kalkulieren müssen, werden hier Gelder aus unseren Beiträgen für „bezahlte Nicht-Arbeit“ verwendet.
Ein Netzwerk mit „Geschmäckle“?
Doch der Blick hinter die Kulissen wirft weitere Fragen auf. Schaut man sich die Akteure an, die über die Bedingungen unserer Branche entscheiden, stößt man auf interessante Verflechtungen.
Ein Beispiel ist die Personalie Carsten Burckhardt. Er ist nicht nur stellvertretender Bundesvorsitzender der IG Bau, sondern sitzt gleichzeitig im Aufsichtsrat der ZVK Bau (Zusatzversorgungskasse). Dass hier auch Parteibücher (SPD) eine Rolle spielen, überrascht in der Branche kaum noch jemanden.
Die Parallelen zu bekannten Namen aus der Politik, wie etwa Andrea Nahles, die nahtlos in versorgungsnahe Posten wechselten, drängen sich förmlich auf.
Was bedeutet das für uns?
Es entsteht der Eindruck eines geschlossenen Systems. Gewerkschaften, Zusatzkassen und Politik scheinen eng miteinander verwoben. Die Interessen der kleinen und mittelständischen Malerbetriebe drohen in diesem Geflecht aus Postenschacherei und Parteipolitik unterzugehen.
Wir vom AMLD fragen uns:
- Warum müssen unsere Mitgliedsbeiträge für langfristige Gehaltsfortzahlungen freigestellter Funktionäre herhalten?
- Wer vertritt eigentlich wirklich noch die Interessen derer, die jeden Tag auf dem Gerüst stehen?
Wir bleiben für euch dran und schauen genau hin, wo unsere Gelder hinfließen.
Teilt diesen Beitrag! Es ist wichtig, dass jeder Kollege weiß, was mit seinen Abgaben passiert.

